Etikette

Die klassische Zigarre folgt einer Etikette, die sich über Generationen entwickelt hat. Für ihre elektrische Variante gilt sie nur teilweise — und manchmal stellen sich neue Fragen. Eine Orientierung.

Die Etikette der klassischen Zigarre

Wer eine klassische Zigarre raucht, folgt einigen ungeschriebenen Regeln:

Übertragbar oder nicht?

Bei einer elektrischen Zigarre entfällt vieles davon. Es gibt nichts zu schneiden, nichts anzuzünden, keine Asche zu beobachten, kein Erlöschen am Ende. Damit fällt ein Großteil der ritualisierten Komponente weg. Was bleibt:

Konkrete Konstellationen

Cigar-Lounge

Klassische Cigar-Lounges sind für das Rauchen echter Zigarren konzipiert. Viele lehnen elektronische Verdampfungsgeräte ab oder dulden sie nur während bestimmter Zeiten. Wer eine elektrische Cigar dort verwenden möchte, fragt am besten vorher beim Betreiber. Etikette: Die echte Zigarre hätte Vorrang.

Restaurant

Klassische Zigarren dürfen in deutschen Restaurants nicht geraucht werden — das deutsche Nichtraucher­schutzgesetz und die Länderregelungen lassen das nicht zu. Für elektrische Zigaretten und damit elektrische Zigarren ist die rechtliche Lage komplexer: Sie fallen oft nicht unter den klassischen Nichtraucherschutz, weil sie keinen Rauch erzeugen. Allerdings haben die meisten Restaurants Hausrecht und dürfen den Konsum verbieten. In der Praxis: weitgehend unerwünscht in Innenräumen, manchmal toleriert auf Außenbereichen.

Wohnumgebung

Das eigene Wohnen ist der entspannteste Konsumort. Hier sind sowohl klassische als auch elektrische Zigarren möglich. Bei Mehrfamilienhäusern ist auf die Mitbewohner zu achten: Auch elektrisches Aerosol kann durch Lüftungsschächte oder offene Fenster nach draußen gelangen. Bei Familien mit Kindern oder Allergikern besteht zumindest höflicherweise Diskussionsbedarf.

Öffentlicher Raum

Auf der Straße, im Park, im Außenbereich von Cafés: Hier gibt es keinen formalen Konflikt. Mit der optischen Anmutung einer Zigarre kann allerdings das Stigma einer Tabakzigarre übernommen werden — auch ohne tatsächlichen Tabak. Wer das nicht möchte, wählt ein zurückhaltenderes Gerat.

Arbeitsplatz

Im Innenraum am Arbeitsplatz ist Verdampfen praktisch nirgends geduldet — weder als klassische Zigarre noch als elektrische Variante. Außenbereiche je nach Hausregel.

Auto

Eigenes Auto: unproblematisch, wenn niemand anders mitfährt. Bei Mitfahrenden — auch ohne formelles Verbot — vorher absprechen. Bei Kindern im Auto: kein Verdampfen, weder Tabak noch elektrisch. Das gilt seit Juli 2025 in Deutschland teilweise sogar als rechtlich problematisch im Bereich des Kinderschutzes.

Ton und Auftreten

Beim klassischen Cigar-Konsum gilt: Die Zigarre ist nicht das Hauptereignis. Sie begleitet. Wer mit lautem Auftreten oder als Statussymbol vorführt, verfehlt die kulturelle Form. Diese Haltung ist auch für die elektrische Variante eine sinnvolle Orientierung — mit dem Zusatz, dass die elektrische Cigar leicht als Konsumgüt imitierend wirken kann. Mit Bescheidenheit und Diskretion gewinnt sie.

Häufige Fragen

Darf ich eine elektrische Zigarre überall rauchen, wo Rauchen erlaubt ist?

Nicht zwangsläufig. Das deutsche Nichtraucher­schutzgesetz unterscheidet zwischen Tabakprodukten und E-Zigaretten. Manche Bundesländer haben den Schutzbereich auf E-Zigaretten ausgedehnt, andere nicht. Außerdem hat jeder private Hausherr (Restaurantbetreiber, Café-Inhaber, Hotel) Hausrecht und kann den Konsum eigenständig verbieten.

Wird eine elektrische Zigarre in Cigar-Lounges akzeptiert?

Das hängt vom Betrieb ab. Klassische Cigar-Lounges sind oft skeptisch, weil elektronische Verdampfung als Bruch mit der Tradition empfunden wird. Vor dem Besuch nachfragen ist die höflichste Variante.