Bauformen
Elektrische Zigarren gibt es in verschiedenen technischen Ausprägungen. Vom einfachen Einweg-Cigar bis zum Premium-Refill-System mit auswechselbaren Aromakapseln. Die Marktsegmente im Überblick.
Einweg-Modelle (Disposable Cigars)
Die einfachste und günstigste Variante. Komplett vorkonfektioniertes Gerät in Zigarrenform, mit fest verbautem Akku, fest verbauter Coil und vorgefülltem Liquid. Optisch oft mit braun-elfenbeinfarbener Lackierung, brauner Spitze (als Wrapper-Imitation) und einem Leuchtelement an der Spitze, das beim Ziehen aufleuchtet.
- Kapazität: typischerweise 800 bis 2000 Züge, entsprechend 2 ml Liquid (TPD2-konform).
- Akku: ein- und nicht wechselbar, etwa 400-600 mAh.
- Geschmack: meist auf typische Zigarrenaromen ausgerichtet — Cuban Cigar, Maduro, Connecticut.
- Preis: 5 bis 15 Euro pro Stück.
Diskussion: Einweg-Disposables sind ökologisch problematisch (Lithium-Akku als Abfall) und stehen wegen ihrer Verbreitung bei Jugendlichen unter politischer Beobachtung. Frankreich hat sie 2025 verboten. Eine EU-weite Regelung wird diskutiert.
Premium-Refill mit Aromakapseln
Eine wachsende Klasse: zigarrenförmiges Endgerät mit wechselbaren Aromakapseln. Der Akku wird per USB-C nachgeladen. Die Kapseln — oft als "Pods" oder "Cartridges" bezeichnet — enthalten Liquid und Coil und werden im Format einer Premium-Zigarrenspitze konzipiert.
- Akku: 600-1200 mAh, fest verbaut, lädt per USB-C.
- Kapseln: 2 ml, mit verschiedenen Aromaprofilen.
- Vorteil: wiederverwendbare Grundeinheit, kleinerer Müll.
- Preis: Starter-Set 30 – 80 Euro, Kapseln 4 – 8 Euro pro Stück.
Cigar-Format-Mods
Echte Box-Mods oder Tube-Mods mit Wechselakkus, die in Zigarrenform gestaltet sind. Eher Nische, von wenigen Spezialisten produziert. Erlauben den Einsatz handelsüblicher Atomizer und Liquids.
- Akku: 1x oder 2x 18650, austauschbar.
- Leistung: regelbar, meist 5-50 W.
- Anschluss: 510er-Gewinde — alle handelsüblichen Atomizer passen.
- Zielgruppe: erfahrene Vaper mit Cigar-Interesse, die maximale Flexibilität wollen.
Refill-Atomizer mit Cigar-Tip
Ein normaler Vape-Akku oder Mod, kombiniert mit einem speziell geformten Atomizer-Aufsatz, der die optische Anmutung einer Zigarre vermittelt. Der Atomizer hat eine zigarrenförmige Hülle aus Holz, Bakelit oder Metall mit Wood-Look. Der Tip am Mundstück ist oft konisch und erinnert an eine geschnittene Cigar-Spitze.
- Selbstwickel-Atomizer (RTA, RDA) in Cigar-Look.
- Fertig-Atomizer mit Cigar-Optik und Standard-Coil.
- Zielgruppe: Bastler und Connaisseurs, die ihre vorhandene Technik nutzen wollen.
Vergleichstabelle
| Bauform | Wiederverwendbar | Eintrittspreis | Folgekosten | Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| Einweg-Cigar | nein | 5-15 Euro | jedes Stück neu | minimal |
| Refill mit Kapseln | ja, Grundeinheit | 30-80 Euro | 4-8 Euro pro Kapsel | gering |
| Cigar-Format-Mod | ja | 50-150 Euro | Coil + Liquid | mittel |
| Refill-Atomizer + bestehender Mod | ja | 20-60 Euro | Coil + Liquid | hoch (Selbstwickeln) |
Optische Gestaltung
Die optische Anmutung ist bei elektrischen Zigarren ein zentrales Verkaufsargument. Typische Designelemente:
- Wrapper-Imitation: Braune, sandfarbene oder dunkelbraune Lackierung mit Maserungsstruktur, die einen Tabakwrapper nachahmt.
- Cap und Tip: Konische Zigarren-Spitze als Mundstück.
- Aschen-LED: Eine rot/orange Leuchte am Brand-Ende, die beim Ziehen aufleuchtet — ahmt die Glut einer brennenden Zigarre nach.
- Banderole: Manche Produkte tragen eine Banderole an der Mitte des Gehäuses, optisch an die Tabakbanderolen klassischer Zigarren angelehnt.
Diese Stilmittel haben juristische Konsequenzen: Sie dürfen nach Werberecht nicht so weit gehen, dass sie zur Verwechslung mit echtem Tabak führen. Die Grenzen sind in der Praxis nicht trennscharf.